Das Leben mit der Angst vor dem plötzlichen Kindstod

Das Leben mit der Angst vor dem plötzlichen Kindstod

Ängste in der Schwangerschaft 

 

während meiner Schwangerschaft hatte ich sehr viel Zeit mit rund um die Schwangerschaft, Geburt und Babys erstem Jahr zu informieren. Wirklich sehr viel Zeit.... denn in der 6. ssw wurde aus gesundheitlichen Gründen ein Beschäftigungsverbot (BV) ausgesprochen. Ich war sehr viel in Foren unterwegs und hatte sehr viel über andere Schicksale gelesen..... Über späte Fehlgeburten ohne erkennbaren Grund, vorzeitige Plazenta-Ablösung, unerwartete Totgeburten. All das hat mich sehr verunsichert. Jeden Abend fing ich immer wieder aufs Neue an zu recherchieren. Wenn ich sie mal 3 Stunden lang nicht spüren konnte, habe ich gedanklich schon den Notarzt angerufen.

 

Die Geburt war meine Medizin

 

Dann war es soweit. Kaiserschnitt...ein Frühchen, aber kerngesund und so wunderschön. Mit der Geburt meiner Tochter war die Angst verflogen. Meine Ängste waren mit dem ersten Schrei meiner Tochter wie weggeblasen. Im Wochenbett dachte ich nicht mehr an meine Ängste. 

 

Da war sie wieder...die Angst.

 

Unser Alltag wurde immer routinierter. Irgendwann fing ich wieder an abends mehr zu lesen und in Foren unterwegs zu sein. Immer wieder kam das Thema SIDS - plötzlicher Kindstod auf. Es gibt so viele Erfahrungsberichte, Theorien, Studien-Ergebnisse. All das hat mich so sehr aus dem Konzept gebracht, sodass ich mit einem Mal nicht mehr schlafen konnte. Ich starrte meiner Tochter abends ununterbrochen auf die Brust, wenn ich sie nicht atmen hörte. Statt nachts zu schlafen schaute ich meiner Tochter beim Schlafen zu. Die wachen Nächte waren tagsüber dann sichtlich spürbar. Alles fühlte sich im müden Zustand doppelt so anstrengend an. Anfangs war es nicht so schlimm, da ich mich mittags auch zu ihr legte und ein wenig schlafen konnte. Aber als ich tagsüber meinem Haushalt nicht mehr hinterher kam, konnte ich mich tagsüber nicht mehr dazu legen. Daher wurde der Dauerzustand - Müdigkeit schlimmer.

 

...dann fand ich DIE Lösung für mich!

 

Ich fing erneut an zu recherchieren. Ich war kurz davor mir den AngelCare Bewegungssensor zu besorgen, allerdings hatte er sehr viele negative Rezensionen. Da die Kleine im/am Beistellbett schläft, hätte es bei uns sowieso nicht funktioniert. Ich war am Verzweifeln und dann fand ich DIE Lösung für mich! Es ist ein kleines Gerät, welches direkt am Körper Bzw. An der Windel angebracht wird. Es überwacht die Atembewegungen des Kindes am Bauch. Ich möchte nicht dafür werben, aber wenn mich jemand in der gleichen Situation um Rat bitten würde, würde ich es ihm empfehlen. 

 

Nennt mich ruhig eine Helikopter-Mutter

 

Leider wache ich nachts trotzdem noch sehr oft auf - ganz automatisch. Die Angst wurde unterdrückt, sie ist aber tief in mir noch sehr präsent. Man weiß nie was passieren könnte. Keiner kann in die Zukunft sehen. Aber ich bin nun mal ängstlich und werde alles dafür tun, dass mein Kind nicht im Schlaf sterben könnte. Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn sowas eintreten würde und ich es hätte verhindern können. Nennt mich ruhig eine Helikopter-Mutter, aber solange es meinem Kind gut geht, ist mir das egal. Dann bin ich eben sehr GERNE eine Helikopter-Mutter. 

 

Was ich daraus gelernt habe?

 

Wer Angst hat, wird die Angst nicht einfach mal mit einem Monitor los. Man kann sie mit bestimmten Dingen unterdrücken um sich mehr in Sicherheit zu wiegen. Aber sie ist da - die Angst und wird einem noch weiter begleiten. Es ist zwar ein Klischeehafter Spruch, aber wahr.....man sollte darüber reden. Mir hilft es jedenfalls.